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Lyriker Jose F. A. Oliver

Kultur/Projekte > Lesungen

Der Lyriker Jose F. A. Oliver in der Gesamtschule Türkismühle

„Es gibt keine endgültige Version eines Gedichtes…“  (Octavio Paz)

„So wie manche Sport oder Musik machen, musste und muss ich schreiben, schon als Jugendlicher“, bekennt J. Oliver vor Schüler/innen der 11. Jahrgangsstufe. In Deutschland aufgewachsen, mit spanischen Wurzeln, in Hausach im Schwarzwald zur Schule gegangen, ist Literatur für ihn Lebenselixier. „Der Schwarzwald ist mein grünes Meer“, formuliert er poetisch. Als er 14 oder 15 ist und manchmal nicht weiß, ob er jetzt Spanier oder Deutscher sei, werden Papier und Stift für ihn Komplizen, die ihm bei seiner Identifikation helfen: ein schwieriger Prozess, bis er sich endgültig entscheidet, Schriftsteller zu werden. Die Eltern sahen das damals natürlich skeptisch, weil sie sich nicht vorstellen konnten, wie ihr Sohn jemals eigenständig von der Schriftstellerei leben sollte.

An Ausbildung folgt nach dem Abitur dann erst mal Studium: Germanistik, Romanistik und Philosophie in Freiburg. Seine eigenen Lyrikbände werden tatsächlich schon während seines Studiums an der Uni behandelt, weshalb er aus diesen Seminaren dann ganz schnell flüchtet, erzählt er. Es war ihm anfangs ein Rätsel, was andere aus seinen Gedichten so alles herauslasen. Dann kam, was kommen musste: Studium abgebrochen. Nicht beendet. Ins kalte Wasser gesprungen. Arbeit als freier Autor.
Heute sind seine Bücher sind in 30 Sprachen übersetzt, trotzdem könne er vom Publizieren allein nicht leben, sondern Geld in die Haushaltskasse brächten vor allem die weltweiten Lesungen und Veranstaltungen. Bis abends spät vor dieser Lesung in Türkismühle zum Beispiel sei er in Verhandlungen mit der Regierung wegen seines Literaturfestivals im Schwarzwald gewesen, das anfing mit wenigen Autoren und 5.000 DM Zuschuss. Heute treffen sich 70 Lyriker beim „Hausacher Leselenz“ und Oliver managed ein Gesamtvolumen von 150.000 €. Hinzu kommen Schreibwerkstätten, von ihm geschriebene Lehrbücher wie „lyrisches Schreiben im Unterricht“, Preise und Stipendien, Gastprofessuren…. Ein freier Autor brauche eben viele Standbeine, unterstreicht er.

Über zehn Jahre arbeitete er mit Straßenkindern in Lima,Peru, war Stadtschreiber in Kairo, lebte jetzt gerade ein halbes Jahr in Istanbul. „Ich bin die Stadt, bin Augen und Ohren der Stadt….“ beschreibt er bildhaft seine Eindrücke von Istanbul und Bosporus.
Überhaupt prägten ihn die vielen Studienaufenthalte in Istanbul, Lima oder Mexiko, wo ihn fasziniert, wie solche Megastädte überhaupt funktionieren. Hat ein Schriftsteller ein Stipendium zuerkannt bekommen, erhält er eine mietfreie Wohnung, bekommt ein monatliches Gehalt und kann sich mal ein halbes Jahr nur ums Schreiben kümmern.
Zu seinem Tagesablauf befragt, erzählt er von 2-3 Stunden, die er täglich lesen müsse, sonst fühle er sich nicht gut. Aber Lesen funktioniere bei ihm nur im Sitzen, um sich parallel dabei Notizen zu machen. Im Sessel oder im Bett würden ihm sofort die Augen zufallen. Denn er sei auch ein schrecklich langsamer Leser. Dafür kenne er aber auch keine Schreibblockaden oder Schreibkrisen. Nein, Schriftsteller zu sein sei für ihn eine Seinsform. Auch wenn er nicht schreibe oder schreiben wolle oder könne, sei er noch Schriftsteller.


 
 
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